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31.8.2026
Server bestellt, Angebot bekommen, drei Tage gewartet – und der Preis ist ein anderer. So sieht Beschaffung gerade bei RAM und SSDs aus. Wer aktuell Notebooks, Storage oder Server ordert, muss feststellen, dass Angebote innerhalb weniger Tage ihre Gültigkeit verlieren und Liefertermine sich verschieben.
Auslöser ist die Speicherkrise, ein Marktumbruch, der weit über einzelne Bestellungen hinausreicht und praktisch jedes Unternehmen mit IT-Beschaffung betrifft. Was dahintersteckt, wie lange das noch dauert und was du jetzt konkret tun kannst, liest du hier.
Server bestellt, Angebot bekommen, drei Tage gewartet – und der Preis ist ein anderer. So sieht Beschaffung gerade bei RAM und SSDs aus. Wer aktuell Notebooks, Storage oder Server ordert, muss feststellen, dass Angebote innerhalb weniger Tage ihre Gültigkeit verlieren und Liefertermine sich verschieben.
Auslöser ist die Speicherkrise, ein Marktumbruch, der weit über einzelne Bestellungen hinausreicht und praktisch jedes Unternehmen mit IT-Beschaffung betrifft. Was dahintersteckt, wie lange das noch dauert und was du jetzt konkret tun kannst, liest du hier.
Die Speicherkrise beschreibt die weltweite Knappheit bei RAM- und SSD-Komponenten. Die Nachfrage wächst schneller, als die großen Speicherhersteller produzieren können. Das spürst du gleichzeitig an drei Stellen: steigende Preise, kürzere Angebotsfristen und längere Lieferzeiten für Server, Notebooks und Storage-Systeme.
Betroffen sind DRAM (klassischer Arbeitsspeicher) und NAND-Flash (die Basis für SSDs) gleichermaßen. Beide Technologien laufen bei denselben Herstellern vom Band wie High Bandwidth Memory (HBM), der Speicher, den KI-Beschleuniger in Rechenzentren brauchen. Genau diese Verbindung erklärt, warum ein Boom bei KI-Hardware direkt auf den Preis deiner nächsten Firmenlaptops durchschlägt.
1. KI-Rechenzentren verdrängen klassischen Speicher
Moderne KI-Systeme brauchen enorme Speicherbandbreiten. HBM wird direkt auf GPUs gestapelt und lässt sich deutlich teurer verkaufen als herkömmlicher DRAM. Samsung, SK Hynix und Micron verlagern ihre Fertigungskapazitäten deshalb zunehmend von Standard-RAM und NAND-Flash hin zu HBM. Für PCs, Server und Storage-Systeme bleibt dadurch schlicht weniger Kapazität übrig.
2. Gedrosselte Produktion trifft auf hohe Nachfrage
Nach der Überproduktion der Jahre 2022 und 2023 hatten viele Hersteller ihre NAND-Fabriken bewusst zurückgefahren, um die damals fallenden Preise zu stabilisieren. Der aktuelle Nachfrageschub trifft nun auf ein Angebot, das für die alte Marktlage kalkuliert war und sich nicht von heute auf morgen wieder hochfahren lässt.
3. Wenige Hersteller, große Wirkung
Drei Konzerne dominieren den weltweiten DRAM-Markt fast vollständig. Jede strategische Entscheidung eines einzelnen Herstellers wirkt sich dadurch unmittelbar auf Preise und Verfügbarkeit im gesamten Markt aus, ganz ohne Absprache zwischen den Beteiligten.
Die Zahlen unterscheiden sich je nach Quelle und Zeitraum deutlich, weil sie unterschiedliche Marktebenen messen: Vertragspreise für Hersteller, Spotmarktpreise oder Endkundenpreise im Handel. Drei Kennzahlen zeigen die Größenordnung:
Speicherkomponenten stecken in praktisch jeder IT-Architektur. Deshalb reicht die Wirkung der Speicherkrise weit über einzelne Bestellungen hinaus. Besonders betroffen sind:
Fehlende oder verspätete Hardware bremst dadurch ganze Digitalisierungsprojekte aus, nicht nur einzelne Bestellungen. Wer seinen Speicherbedarf bislang kurzfristig gedeckt hat, muss jetzt umdenken.
Hier gehen die Einschätzungen auseinander. Analyst:innen rechnen mehrheitlich mit einer spürbaren Entspannung frühestens ab 2027 oder 2028, wenn neue Fabriken ausreichend Kapazität liefern. Einzelne Hersteller äußern sich sogar noch zurückhaltender und sehen erst gegen Ende des Jahrzehnts eine echte Normalisierung. Vereinzelte Stimmen aus der Branche erwarten dagegen bereits innerhalb weniger Monate eine gewisse Stabilisierung.
Realistisch für deine Planung: Rechne mit mehreren Jahren erhöhter Preise und eingeschränkter Verfügbarkeit.
Vier Dinge helfen dir, trotz der Speicherkrise handlungsfähig zu bleiben:
1. Vorausschauend planen.
Plane Server-, Storage- und VDI-Projekte 12 bis 18 Monate im Voraus, nicht mehr kurzfristig.
2. Spezifikationen flexibel halten.
Gib mehrere Hersteller, Serien oder Speicherkonfigurationen frei. Das erhöht deine Lieferfähigkeit deutlich.
3. Preise und Kontingente absichern.
Vorab-Allokationen oder projektbezogene Reservierungen schützen dich vor Preisschwankungen und Engpässen.
4. Architektur überprüfen. Tiering, Kompression und Virtualisierung nutzen vorhandene Kapazitäten oft effizienter, als du denkst.
Ein fünfter Hebel wird in der Diskussion bisher kaum erwähnt, gehört aber genauso in deinen Beschaffungsmix: Refurbished Business-IT.
Ein refurbished Laptop oder Server trägt seinen Arbeitsspeicher und seine SSD bereits in sich, verbaut zum Zeitpunkt der Erstfertigung. Der Preis eines aufbereiteten Geräts hängt deshalb deutlich weniger direkt am aktuellen Spotmarkt für neue DRAM- oder NAND-Chips.
Während neue Geräte durch die gestiegenen Bauteilkosten teurer werden, bleibt der Preisbildungsmechanismus bei gebrauchter Hardware ein anderer: Er richtet sich nach Angebot und Nachfrage am Gebrauchtmarkt, nicht nach dem Fertigungsengpass bei den drei großen Speicherherstellern.
Das heißt nicht, dass Refurbished IT von der Marktlage völlig unberührt bleibt. Aber sie ist deutlich weniger direkt davon abhängig als Neuware. Und je stärker die Preise für neue Geräte steigen, desto größer wird der Preisvorteil gebrauchter Business-Hardware im Vergleich.
Zum Kostenvorteil kommt ein zweiter Effekt: Für ein refurbished Gerät läuft keine neue Produktion an. Die Kreislaufwirtschaft schont Ressourcen durch Wiederverwenden statt Wegwerfen.* Bei Laptops spart die Aufbereitung je nach Modell bis zu 31 % CO₂ gegenüber einem Neugerät, das entspricht rund 107 kg CO₂ pro Gerät.*
Die Speicherkrise ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern Ausdruck eines strukturellen Wandels im Halbleitermarkt. Wer jetzt vorausschauend plant, Spezifikationen flexibel hält und seinen Beschaffungsmix erweitert, bleibt trotzdem handlungsfähig.
Sprich uns an, wenn du deine IT-Beschaffung unabhängiger von den aktuellen Marktturbulenzen aufstellen willst. Wir zeigen dir, wie sich Refurbished Business-IT konkret in deine Planung einfügt.
*Quelle: Fraunhofer UMSICHT / Interzero